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Montag, 06.09.2010Ungläubiges Staunen: Leukefeld bläst Strohfeuer aus
Frauenhandball-Bundesliga: HSG Blomberg-Lippe – VfL Sindelfingen 25:31
Blomberg. Vieles blieb nur Stückwerk beim Frauenhandball-Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe gestern vor 600 Zuschauern an der Ulmenallee. Der Saisonauftakt ging gegen VfL Sindelfingen mit 25:31 (11:14) gründlich daneben.Andre Fuhr, der Blomberger Trainer, wollte in seinem Fazit nichts beschönigen oder wo möglich nach billigen Entschuldigungen suchen. Im Gegenteil. „Die Vorbereitung zählt nicht mehr. Jetzt hat die Saison begonnen“, erwähnte der 39-Jährige mit keinem Wort das bisher so große Verletzungspech mit vor allem dem schmerzhaften Ausfall von Katja Langkeit.
Seine Möglichkeiten deutete das HSG-Team in der furiosen Anfangsviertelstunde an, als Alexandra Uhlig (gut im eins gegen eins, aber ohne Sprungkraft) mit dem ersten Treffer nach 36 Sekunden den Torreigen einläutete, der über 4:1 und 5:2 nach dem 6:3 allerdings ebenso schnell wieder zum Erliegen kam. Sindelfingen sah sich bis zu diesem Zeitpunkt überrollt durch den HSG-Angriffswirbel, agierte zu passiv und zu abwartend. Erstaunlich ruhig verfolgte VfL-Coach Dago Leukefeld an alter Wirkungsstätte den Auftritt seiner Mannschaft, die nach und nach vom fatalen Wurfpech der Lipperinnen profitierte und in Anika Kuhlmann eine gut haltende Schlussfrau aufbot. Beim 10:9 durch Nadine Härdter gelang den Gästen die erste Führung nach gut 20 Minuten. Und diesen Vorsprung gaben die Sindelfingerinnen während der restlichen Spielzeit nicht mehr her. Immer wieder vergab vor allem HSG-Rechtsaußen Sabrina Richter aus besten Lagen und leitete damit oft Gegenstöße des Gegners ein, die wiederum zu leichten Treffern führten. Da Hagel keine Hand an den Ball bekam, beorderte der auf Auszeiten verzichtende Fuhr Neuzugang Isabell Roch ab der 26. Minute zwischen die Pfosten. Die Ex-Dortmunderin bot eine gute Leistung. Ungläubiges Staunen herrschte auf den Rängen, als Sindelfingen leichtfüßig über 23:18 (46.) und 28:23 unaufhaltsam den beiden Punkten entgegenstrebte. In der Schlussphase (ab 45.) musste Blomberg gar noch auf Nadine Krause verzichten, die sich nach einem Angriff den Kopf hielt und eine Stirnprellung davongetragen hat.
Während sich Sindelfingen homogen zeigte und eingeübter wirkte, blieb Blomberg gestern vieles schuldig. Verzagen muss das Team allerdings keineswegs. Richter wird nicht wieder so schwach abschließen, Hagel nicht wieder so schlecht halten und die Abwehr besser stehen. Zuversichtlich stimmt die Darbietung von Linksaußen Franziska Müller. „Jetzt müssen wir den Fehlstart korrigieren“, blickte Fuhr bereits nach vorn zum Auswärtsspiel in Rosengarten nahe Hamburg am Samstag um 19.30 Uhr und kündigte an, „dass wir uns ab sofort darauf konzentrieren, beim Aufsteiger zwei Punkte zu holen“. (dw)
Quelle Lippische Landes-Zeitung
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