Presse
Montag, 26.04.2010Jubel über Freifahrtschein durch Europa
Provital Blomberg-Lippe – Buxtehuder SV 28:24
Blomberg. Erntedank mitten im Frühling. Das begeisternde 28:24 (19:13) von Provital Blomberg-Lippe im Play-off-Viertelfinale über den Buxtehuder SV wurde ganz nebenbei mit einem Freifahrtschein quer durch Europa belohnt.„Ich freue mich riesig, dass wir auch im Play off unseren vierten Platz aus der Bundesliga bestätigt haben und zu den besten vier Teams Deutschlands gehören“, scheute sich Trainer Fuhr nach der dramatischen Schlussphase noch, das Wörtchen EHF-Pokal in den Mund zu nehmen. Weil das internationale Kontingent für den DHB aber auf zwei Champions-League- und zwei EHF-Pokal-Plätze aufgestockt wurde, sind für den Manager künftig internationale Reisen fix. „Wir wollen auf dem Boden bleiben. Doch die Qualifikation für den EHF-Pokal ist ein großartiges Ereignis für die Region“, war Harald Wallbaum sichtlich stolz.
Wie erwartet, wurde es für die Blombergerinnen ein Tanz auf der Rasierklinge. Wichtig war der geniale 5:1-Start, womit schon nach sieben Minuten der 22:25-Rückstand aus dem Hinspiel aufgeholt wurde. Dank der Präzision von Neukamp und Lang wuchs der Vorsprung kurz vor der Pause sogar auf 16:10 (26.) an. Nach dem Wechsel kehrte die anfangs enttäuschende Jana Krause zurück zwischen die BSV-Pfosten und pushte den ewigen Bundesligisten (21 Jahre erstklassig) zur Aufholjagd. Rätselhaft, weshalb Dirk Leun ausgerechnet beim 23:21 (48.) seine Auszeit nahm. Die Schlüsselszene sah der Gästecoach jedoch in der Disqualifikation von Diane Lamein, bei der die Schiris einen Schlag ins Gesicht von Michaela Seiffert registrierten. „Wenn sie so bei den Männern pfeifen, würden sie kein Spiel mehr bestreiten“, sah Leun in der roten Karte gegen die agile Holländerin eine „eindeutige Beeinflussung“. Seiffert, mittlerweile dick getapet am Oberschenkel, schleuderte einen Unterarmwurf zum 27:22 in die Maschen, doch mit zwei Siebenmetern hielt Klein die Gäste im Rennen, zumal beim 27:24 die Auswärtstorquote aus dem Hinspiel übertroffen war. In Unterzahl und bei angezeigtem Passivspiel behielt Neukamp die Nerven und traf zum 28:24. Als sich Wohlbold in der Abwehr die dritte Zeitstrafe einhandelte, blieben Buxtehude noch 16 Sekunden in doppelter Überzahl. Doch den Wurf von Lütz parierte Hagel prächtig, und der letzte Schuss von Klein rauschte über die Latte. „Ich bin jetzt zehn Jahre hier. Doch das war eines der geilsten Spiele“, jubelte Andre Fuhr über das glückliche Weiterkommen.(jh)
Torstationen: 5:1 (7.), 8:3, 8:5, 11:6, 16:10 (26.), 18:12, 19:13 (Pausenstand); 21:16, 21:19 (40.), 23:20, 23:21 (48.), 26:21 (52.), 26:22, 27:22, 27:24, 28:24.
Provital Blomberg-Lippe: Hagel, Oldenburg (n.e.); Urbannek (n.e.), Lehnhoff, Dorna, Lang (5), Krüger (1), Berndt (n.e.), Leppert, Seiffert (3/1), Mißling (5), Wohlbold (2), Neukamp (12/6), Ilyes (n.e.).
Buxtehuder SV: Krause, Klijn; Klein (6/2), Wode, Fischer (3), Bülau (6), Lütz (3), Schmäschke, Henze, Lamein (3/2), Stapelfeld (3), Prior, Oldenburg.
Siebenmeter: 7/7:4/4.
Zeitstrafen: 6:3 (Wohlbold 3, Lang, Seiffert, Neukamp – Bülau 2, Lamein).
Rote Karte: Lamein (53., grobes Foulspiel).
Auffälligste Spielerinnen: Mißling, Neukamp, Hagel – Bülau, Klein.
Schiedsrichter: Prang/Reichl (Köln).
Zuschauer: 650.
Nächstes Spiel: Im Halbfinale des DHB-Pokals trifft Provital Blomberg-Lippe am kommenden Samstag, 1. Mai, um 15 Uhr in der Erdgas-Arena in Riesa auf den FHC Frankfurt/O.
Blomberg-Splitter
Die Kamerafrau
Prominenter Gast an der Ulmenallee war Daniel Stephan. Der Welthandballer von 1998 unterhielt sich während der packenden 60 Minuten angeregt mit der verletzten Buxtehuder Kreisläuferin Chrstina Vogt, die 2002 noch für die HSG Blomberg-Lippe spielte. Die Sport- und Mathe-Lehrerin wurde nach dem Schlusspfiff auf dem Spielfeld benötigt – als Kamerafrau für das vereinseigene BSV-Fernsehen.
Der Kameramann
Ihr vermeintlich letztes Spiel an der Ulmenallee leiteten Uwe Prang und Uwe Reichl. Die erfahrenen Bundesliga-Unparteiischen, die in wenigen Wochen ihre Karriere beenden, wurden im Kampfgericht von Uwe Stemberg unterstützt. Für die Abschiedszeremonie der beiden Kölner Pfeifenmänner drehte Kreisvorsitzender Alexander Preetz bereits einige Videoszenen ab.
Noch mehr Meistertitel
Einen großen Auftritt hatten in der Pause zwei Blomberger Nachwuchsteams. Die weibliche D-Jugend unter Sabine Trachte und Tanja Baumert wurde von Mädchenwart Karsten Löck mit Medaillen für das Kreis-Double ausgezeichnet. Auch die männliche C-Jugend, die von Jan Schwensfeger und Dieter Kropp trainiert wird und Kreismeister wurde, ging nicht leer aus. Jeder Spieler erhielt ein T-Shirt.(jh)
Quelle: Lippische Landes-Zeitung







