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Freitag, 03.09.2010

Saison 36 - Die Frauenbundesliga startet

Die Frauenbundesliga startet an diesem Wochenende in eine neue Saison, die insgesamt 36. seit der Gründung 1975. Anders als bei den Männern, bei denen vor der Spielzeit lediglich mit einem Duell zwischen Titelverteidiger THW Kiel und Vizemeister HSV Hamburg gerechnet wurde, tut man sich bei der HBF schwer, die Favoritenrolle klar zu verteilen. Meister Leipzig muss nach dem Weggang von Susann Müller (Aarhus) ohne Linkshänderin im Rückraum auskommen, Pokalsieger Leverkusen steht vor der Aufgabe, sein Deckungszentrum neu zu formieren, nachdem Anne Müller (Leipzig) und Heike Ahlgrimm (Karriereende) die Elfen verlassen haben und auch andere Vereine haben aufgerüstet. Die Experten erwarten eine spannende Saison.

Hinter den beiden letztjährigen Finalisten drängt die nationale Konkurrenz mächtig nach und hat aufgerüstet. Der Buxtehuder SV holte Stefanie Melbeck, die HSG Blomberg-Lippe Nadine Krause, der VfL Sindelfingen Maren Baumbach, der Thüringer HC Nora Reiche und Frisch Auf Göppingen Joyce Hilster aus der ersten dänischen Liga nach Deutschland. Es zeigt sich, wie attraktiv die deutsche Liga für die Spielerinnen geworden ist. Auch Aufsteiger BBM Bietigheim hatte sich mit Marinda van Cappelle eine Spielerin aus Dänemarks Eliteliga gesichert, doch die niederländische Rückraumspielerin fällt nach einem Kreuzbandriss bis auf weiteres aus.

Neben den neuen Topstars, zu denen ohne Zweifel auch die Niederländerin Pearl van der Wissel - sie kam vom französischen Meister Toulon zum Thüringer HC – zählt, rücken auch zahlreiche junge Spielerinnen in den Fokus der Öffentlichkeit und brennen auf ihre Einsatzzeiten. Für Blomberg beackert Franziska Müller künftig die linke Außenbahn, ihre U20-Nationalmannschaftskolleginnen Luisa Schulze (Leipzig) und Penda Bönighausen (Leverkusen) spielen in den Rollen ihrer Trainer immer wichtigere Rollen. Hinzu gesellt sich auch ein Quintett von niederländischen Nachwuchstalenten. Laura van der Heijden, Lois Abbingh (beide Oldenburg), Jessy Kramer (Frankfurt), Danick Snelder (Thüringer HC) und Marcella Deen (Sindelfingen) gelten als zukünftige Stützen des EM-Gastgebers von 2012.

"Wir wollen in der Meisterschaft wieder in das Halbfinale – mindestens", erklärte Buxtehudes Trainer Dirk Leun offensiv. Auch THC-Trainer Herbert Müller hat nach der erfolgreichen Vorbereitung hat die Zurückhaltung abgelegt. "Ich möchte im nächsten Jahr unbedingt international spielen", sagte der Trainer, der zuletzt neben der österreichischen Nationalmannschaft auch den rumänischen Erstligisten Rulmentul Brasov betreute. Beim VfL Oldenburg möchte man nach drei Spielzeiten mit jeweils einem Titel an die erfolgreichen Spielzeiten anknüpfen. "Wir wollen in der Liga wieder auf Platz drei", erklärte Oldenburgs Geschäftsführer Peter Görgen und die Bestätigung des Vorjahresranges strebt auch Titelverteidiger HC Leipzig an. "Wir sind der amtierende Meister und kein Weg führt an uns vorbei", lässt HCL-Trainer Heine Jensen vor dem Anpfiff die Muskeln spielen.

Während mindestens neun Mannschaften um die Playoff-Plätze kämpfen, zählt für die beiden Aufsteiger SG BBM Bietigheim und SGH Rosengarten-Buchholz sowie die DJK/MJC Trier zunächst nur der Klassenerhalt. "So früh wie möglich den Klassenerhalt sicherstellen, eine erneute Zittersaison vermeiden sowie viele junge Spielerinnen auf Bundesliga-Niveau bringen", erläutert Miezentrainer Thomas Happe die Marschroute der Moselstädterinnen, die mit Kreisläuferin Tessa Cocx (Dortmund) und Rückraumspielerin Jelena Popovic – vom serbischen Meister Zajecar – neue Führungskräfte zur Verfügung hat. "Das wird für uns alle ein großes Abenteuer. Für uns zählt nur der Klassenerhalt, das heißt Platz zehn", erklärt Hug, der mit Ex-Nationalspielerin Melanie Schliecker, Natascha Kotenko oder Kateryna Valyushek auf erstligaerfahrene Kräfte bauen kann. Auch der zweite Aufsteiger, die SG BBM Bietigheim, hat mit Franziska Beck und Sara Walzik eine namhafte Flügelzange zur Verfügung, die schon in Nürnberg die Meisterschaft feiern konnte.

Dago Leukefeld schätzt die Bundesliga als "im Moment stärkste Liga" der Welt ein. Zwar gebe es Nationen mit mehr Spitzenspielerinnen, aber die deutsche Bundesliga verfüge über eine große Breite: "2009/2010 standen mit Buxtehude und Göppingen zwei deutsche Teams im Finale des Challenge-Cups, Leverkusen und Oldenburg im EHF-Cup-Halbfinale und Leipzig in der Hauptrunde der Champions League", zählt der 47-jährige Thüringer auf. "In der Bundesliga kann von Platz 1 bis Platz 10 jeder jeden schlagen", führt er die Ausgeglichenheit an. Auch Leipzigs Trainer Heine Jensen glaubt nicht an eine so dominante Rolle wie im Vorjahr, angesichts der starken Konkurrenz: "Wir haben nur zwei Spiele verloren, das gibt es nicht noch mal", so der Däne mit Blick auf die bevorstehende Spielzeit. "Ich erwarte eine spannende und interessante Saison", so Leukefeld - stellvertretend für alle Experten.

Quelle: Homepage hbvf

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