HSG-Internat als Sprungbrett

Die HSG unterstützt aktiv die Initiative "Kinder stark machen" der Kölner Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Keine Drogen, kein Nikotin und kein Alkohol - Sport als Ausgleich und Motor für die gesunde Entwicklung unserer Kinder!
Aktueller Hinweis
Was macht eine junge Frau im Alter von 15, 16 oder 17 Jahren? Klar, sie geht zur Schule, lässt sich von Mama bekochen und die Wäsche machen, trifft sich mit Freunden und am Wochenende steht auch mal eine Fete an. Die Bewohner des »Handballinternats« der HSG Blomberg-Lippe haben sich für einen anderen Weg entschlossen. Fern vom Elternhaus bilden der Handball und die Ausbildung den Lebensmittelpunkt.
Internatbericht in der Lippische Landeszeitung
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Die Wohngemeinschaft, in der die talentierten Spielerinnen im Alter von 16 bis 18 gemeinsam hausen, gehört zwar nicht zum Landesleistungsstützpunkt, bei dem alle Talente des Westdeutschen Handball-Verbandes trainieren können. Aber über die HSG ist er direkt angebunden.
Nur einige hundert Meter vom Schulzentrum Blomberg und der Ulmenallee-Sporthalle entfernt wohnen Charlotte Koch, Nadja Nadgornaja und Vanessa Beier sowie die »Neuen« Melanie Herrmann und Karina Schäfer. Auf insgesamt 220 Quadratmetern belegen die Fünf sechs Vollzeitplätze, die die HSG Blomberg-Lippe anbietet. »Vor zwei Jahren sind wir mit drei Spielerinnen angefangen, seit der abgelaufenen Saison wurde die Zahl verdoppelt. Ein Platz ist derzeit noch frei«, berichtet Trainer André Fuhr und fügt hinzu: »Es gibt kaum Probleme, das Zusammenleben läuft bestens.«
Nadja Nadgornaja, die 2004 aus Neuss nach Lippe übersiedelte, kann dies nur bestätigen. »Ein wenig Zicken ist unter Mädchen normal. Wir sprechen dann vernünftig darüber und anschließend ist die Sache vom Tisch«, erzählt die 16-Jährige, die sich mit der Bundesliga-Mannschaft für die Play-Offs qualifizierte und mit der A-Jugend Deutscher Vizemeister wurde.
Diese Erfolge machen für Fuhr den »Verzicht auf viele Dinge« lohnenswert. »Es bleibt was hängen, auch später noch«, sagt der Blomberger Coach, der die Spielerinnen sechs Mal in der Woche zum Training bittet. Dazu kommen die Punktspiele. Mit diesen Umfängen möchte Fuhr die Spielerinnen für höhere Aufgaben ausbilden. »Wir wollen alle in die erste Liga und träumen von der Nationalmannschaft«, erklärt Karina Schäfer (Jahrgang 1989) ihren Schritt. Mitbewohnerin Melanie Herrmann (auch 1989) bezeichnet die Wohngemeinschaft als »gute Lösung«.
Wie der Alltag aussieht, weiß Nadgornaja nach einem Jahr ganz genau. »Wir stehen morgens auf, machen uns Frühstück und dann geht es zur Schule«, erzählt die Rückraumspielerin. Dabei profitieren die Spielerinnen vom »Partnerschulzentrum des Leistungssports«, bei dem alle Schulformen angeboten werden. Sechs Nachhilfestunden können genutzt werden. »Ich wurde zu Beginn vom Schulleiter gefragt, in welchen Fächern ich Probleme habe. Da ich in Mathe nicht so stark bin, erhielt ich einmal in der Woche für eine Doppelstunde Einzelunterricht. Das hat hervorragend geklappt«, erzählt Nadja Nadgornaja, die auch durch die Spiele für die DHB-Mannschaft schon mal in der Schule fehlt, wie die Theorie in die Praxis umgesetzt wird. Zudem nutzt sie einmal pro Woche die Mittagsbetreuung, bei der es auch etwas zu Essen gibt.
Im Alltag bekommen die WGler Unterstützung von Karin Leidt, Frau des Stützpunktleiters Uwe, und der ehemaligen HSG-Spielerin Heike Becker. Jeweils zweimal kochen die beiden, an den anderen Tagen versorgen sich die Spielerinnen selber. »Heike und Karin helfen auch in organisatorischen Dingen. Zudem haben sie immer ein Auge auf die schulischen Leistungen«, sagt Fuhr, der das »Internat« als Angebot für alle interessierten Handballerinnen sieht. Und was muss die Spielerin mitbringen? »Ehrgeiz, Disziplin und zielgerichtet muss sie sein. Wenn sie nicht die Bundesliga im Visier hat, ist sie bei uns falsch«, betont der HSG-Coach.
Neben den Trainingseinheiten und den Spielen in der A-Jugend-Regionalliga erhalten die ambitionierten jungen Frauen früh die Möglichkeit, Erfahrungen in der zweiten Liga zu sammeln. Beide Mannschaften sind eng miteinander verbunden.
Zur sportlichen Entwicklung kommt die persönliche. »Freunde sagen mir immer wieder, dass ich mich verändert habe. Ich selber merke das gar nicht so«, berichtet Vanessa Beier aus Bayern. Dies ist für die Eltern nicht immer leicht. »Ich lasse mir von meiner Mutter weniger sagen als früher«, sagt Nadgornaja. »Die Spielerinnen werden schnell erwachsen, sind unabhängig und erhalten dadurch viel Selbstvertrauen«, hat André Fuhr festgestellt.
Neben Handball und Schule finden die Spielerinnen aber immer noch Zeit, um gemeinsame DVD-Abende zu machen oder Schwimmen zu gehen. »Eigentlich führen wir ein ganz normales Leben«, sagt Nadja Nadgornaja, »auch wenn es eben ein paar Einschränkungen gibt. Aber wir wissen, warum wir es machen«.
Seit dem 01.01.1992 gibt es das Teilinternat für die Sportarten Handball und Leichtathletik in Blomberg. Es ist als Talentförderprojekt und Teilinternat durch den Landessportbund NRW und dem Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW anerkannt. Hier haben auch die heimischen Spieler/Spielerinnen die Möglichkeit an dem angebotenen Mittagessen und an der anschließenden Hausaufgabenbetreuung teilzunehmen.
Das Vollinternat besteht seit dem 01.07.2003. Im ersten Jahr wurde eine Wohnung im AWO-Erholungsheim in Eigenleistung von Grundauf renoviert. Die über 100 qm große Wohnung liegt in der Nähe des Schulzentrums und der Sportanlagen. Sie besteht aus drei gleichgroßen Zimmern mit Terrasse, einer Küche, einem gemeinschaftlichen Wohn/Esszimmer und 2 Bädern.
Die Außenansicht des Internatsgebäudes
Auf dem ersten Bild ist der Eingangsbereich zu sehen und auf dem zweiten hat man den Blick auf die Terrassen mit großem Garten bzw. auf die Balkone, der zum 01.07.2004 zusätzlich angemieteten Zweiten Wohnung für weitere 3 Spielerinnen ab dem sechzehnten Lebensjahr.

Die gemeinsamen Wohnzimmer sind komplett mit einer Couchgarnitur mit Tisch sowie einer Anrichte mit einem Fernseher und Regalen ausgestattet.

Die Küchen sind ebenfalls voll ausgestattet, teilweise mit Spülmaschine.
Die Waschmaschinen sind in einem Nebengebäude untergebracht und können von allen gemeinsam genutzt werden.
Die Betreuung erfolgt durch drei ehreamtliche Frauen die Ansprechpartner für Schule, Beruf und alle auftretenden Probleme sind. Die Jugendlichen wohnen in einem beaufsichtigten Selbstversorgungshaushalt. Das heißt, dass sie alle Dinge des täglichen Lebens fast selbständig meistern müssen. Frühstück und Abendessen, Wäsche waschen, putzen etc. Für ein vollwertiges Mittagessen wird 3 bis 4 mal pro Woche durch die Betreuerinnen gesorgt.
Hierdurch werden die Jugendlichen von Anfang an zur Selbständigkeit geführt und die Perönlichkeitsentwicklung positiv unterstützt.

Sie werden von den Spielerinnen individuell eingerichtet und haben eine Größe von ca. 15 qm.








